Häufigsten Fehler beim Bauchmuskeltraining PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Conan   
Dienstag, den 11. Oktober 2005 um 12:10 Uhr

Warum Bauchmuskeltraining?


Die Muskeln im Bereich des Bauches dienen dem Halten der inneren Organe und auch der Wirbelsäule in ihrer natürlichen Lage. Desto mehr die Bauchmuskeln trainiert sind, umso stärker wird der Rücken im Lendenbereich entlastet, d.h. kräftige Bauchmuskeln können Rückenbeschwerden vorbeugen. Die größten inneren Organe des Bauchraumes, die Därme, werden unten durch das Becken in ihrer Lage gehalten, vorne jedoch nur durch die Haut und die darunter liegenden Bauchmuskeln. Sind die Bauchmuskeln schlaff und untrainiert und ist durch falsche Ernährung viel Fett angelagert, rutschen die inneren Organe nach vorne, die Bauchdecke wölbt sich nach vorne. Da sich dadurch das Gewicht der Organe weiter nach vorn verlagert, nimmt die Belastung im Rücken, besonders im Bereich der Lenden, stark zu. Diese erhöhte Belastung führt früher oder später zu Verspannungen und Rückenschmerzen. Die veränderte Lage der inneren Organen ist möglicherweise auch noch die Ursache diverser Verdauungsprobleme. Durch effektives Bauchmuskeltraining kann dem aber entgegengewirkt werden.

 

Neben diesen gesundheitlichen Gründen für ein effektives Bauchmuskeltraining, sollte der optische Aspekt nicht unerwähnt bleiben.


 

Richtiges Bauchmuskeltraining


Wenn man sich im Studio anschaut, wie die meisten Leute ihren Bauch trainieren, kann man kaum glauben, dass es sich dabei um ein Muskeltraining handeln soll:

 

Für den Bauch gilt nämlich dasselbe, wie für jeden anderen Muskel des Körpers auch: Mehr ist nicht mehr!

Und die Muskeln wachsen nicht während des Trainings, sondern in der Regeneration. Man kann also sagen, dass Sixpack kommt über Nacht oder beim liegen auf der Couch. Wie jeder andere Muskel, braucht auch der Bauch einen Reiz zum wachsen, der im Training gesetzt werden muss. Und der größte Schwachsinn sind hohe Wiederholungszahlen um den Bauch zu definieren! Immer noch wird dieser Blödsinn verbreitet, dabei kann man Muskeln nur definieren, indem man seinen Körperfettgehalt (KFG) reduziert. Ein niedriger KFG ist übrigens neben gut ausgeprägten Bauchmuskeln die zweite Vorraussetzung für einen Waschbrettbauch. Denn nur bei einem geringen KFG (bei Männern um die 10%, bei Frauen um 18%), wird man die einzelnen „Packs“, für die man geschwitzt hat auch erkennen können.  Ein ordentlich und korrekt ausgeführter Satz gibt dem Bauchmuskel schon mit 12-15 Wh´s einen optimalen Reiz zum wachsen. Das reicht für die anderen Muskelgruppen des Körpers doch auch aus: Oder macht jemand 3x50 Wh´s beim Bankdrücken? Viele trainieren in diesem unsinnigen Bereich, weil sie Angst vor einer Verbreiterung der Hüfte haben, welche jedoch unbegründet ist. Allerdings führt spezielles Training des  M. serratus anterior (vorderer Sägemuskel) und des M. obliquus externus abdominis (schräger äußerer Bauchmuskel) zu einem stark ausgeprägtem Rumpf, wodurch die Hüfte optisch breiter wirken könnte. Aufgrund dieses Fakten raten viele davon ab diese Muskeln zu trainieren, dabei vergessen sie aber, dass diese Muskeln auch von großer Bedeutung bei der Stützfunktion der Bauchmuskeln sind. Es wäre deshalb auch nicht verkehrt die Bauchmuskeln auch mal mit 6-8 Wh´s zu bearbeiten, um einen starken Wachstumsreiz zu setzen.

 

Jetzt haben wir schon gelernt, das 12 korrekte Wh´s ausreichen um den Bauch optimal zu trainieren, aber wie sieht es mit der Satzzahl aus? In meinen Augen ist es sinnvoller 2-3 Übungen mit je 2 Sätzen, als z.B. 5-6  Sätze Crunches, zu machen. Denn es sind einfach nicht 5 Sätze nötig um einen Wachstumsreiz zu setzen, wer anderer Meinung ist sollte zuallererst mal die Intensität seiner Trainingseinheiten erhöhen. Im Prinzip bedarf es nämlich nur einem Satz bis zur „Kotzgrenze“ um den Muskel zum Wachstum zu zwingen. Ein zuviel ist nicht nur reine Zeitverschwendung sondern kann auch die Regenerationszeit unnötig verlängern. Also lieber die Übungen kombinieren/variieren und dadurch mehr Sätze einbauen, als stupide nur eine Übungen mit unzähligen Sätzen auszuführen.

 

 

 

Wie oft sollte der Bauch trainiert werden?


 

Wie bereits erwähnt muss der Muskel im Training gereizt werden, um dann in der Regenerationszeit zu wachsen. Da dies logischerweise auch für den Bauch gilt, braucht auch diese Muskelgruppe Pausen.

 

Da der Bauch aber einer der wichtigsten Stützmuskel des Körpers ist und bei jeder Bewegung beansprucht wird, hat er von Natur aus ein sehr schnelles Regenerationsvermögen. Dieser Fakt macht es möglich den Bauch 2-3 mal pro Woche zu trainieren. Tägliches Training allerdings, wie von vielen zum Sommer hin durchgeführt, lässt dem Muskel keine Zeit zu wachsen und kann auch nur mit zu lascher Intensität durchgeführt werden.

 

(Das Bauchtraining lässt sich übrigens mit allen Muskelgruppen kombinieren)

 


Fazit:

 

 

  • KFG reduzieren
  • Mehr ist nicht = mehr
  • Korrekte Ausführung beachten und Grundspannung halten
  • Bis in die Endkontraktion gehen und maximale Spannung aufbauen
  • Effektives Bauchtraining ist kurz (ca. 10 min)
  • Der Bauch benötigt einen Reiz um zu wachsen
  • Nach12-15 Wh´s (max. 20) muss der Muskel erschöpft sein
  • Keine Angst vor Zusatzgewichten bei entsprechenden Trainingszustand
  • Definition durch hohe Wiederholungszahlen ist Schwachsinn
  • Pausen einhalten mindestens eine Minute zwischen den Sätzen
  • 2-3 Übungen genügen für eine gute Baucheinheit (wie bei jedem anderem Muskel auch)
  • ca. 2  Sätze pro Übung
  • Der Bauch sollte 2-3x in der Woche gereizt werden
  • Der Bauch kann mit allen anderen Muskelgruppen kombiniert werden
  • Auf richtige Technik achten (langsam und kontrolliert )
  • Nicht die Luft anhalten!

 


Quelle: Text basiert auf einem Text von Crille


 






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Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 02. Februar 2010 um 18:18 Uhr