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Zu Rock oder Kleid sind gepflegte, rasierte Beine ein Muss
Und in Bikini und Badehose ist im Sommer noch mehr nackte Haut zu sehen. Frauen greifen daher schon lange zu Nassrasierer oder Epiliergerät, um unerwünschte Härchen im Sommer zu entfernen - nicht nur an den Beinen. Damit es dann hinterher nicht juckt oder kleine Pickel den makellosen Eindruck stören, ist viel Pflege notwendig. Da ist es umso überraschender, dass auch Männer sich längst nicht mehr nur um die Haare im Gesicht kümmern. Auch auf der Brust und in der Intimzone ist der Bärenlook out.
Vor allem unter denen, "die noch auf der Partnersuche sind", sei die Körperrasur schon längst nicht mehr nur ein Trend. "Im Alter bis 50 Jahre rasieren sich 80 Prozent aller Frauen die Beine", schätzt Dermatologin Gunhild Kratzsch aus Leipzig. Und unter Männern ist längst das Rasieren von Achseln, Brust und Lenden verbreitet. Waren es früher zum Beispiel nur Leistungssportler, die im Kampf um Milli- und Zehntelsekunden die Beine oder den Rumpf von Haaren befreiten, habe sich der glatte Look inzwischen auf breiter Front durchgesetzt: "Unter den Jüngeren bis 30 rasiert sich fast jeder Zweite."
Diesen Trend bestätigt Bernhard Roetzel, Mode- und Stilexperte aus Vettweiß bei Köln: "Die männlichen Models sind meist am ganzen Körper rasiert - das sieht man auf dem Laufsteg und in den Zeitschriften." Ältere empfänden das womöglich immer noch als komisch. "Dabei ist das doch längst kein Thema mehr. Und es hat auch nichts mehr mit einem schwulen Image zu tun", sagt Roetzel, der mehrere Stil- und Moderatgeber für Männer geschrieben hat. Unter Jüngeren sei es heute eine Selbstverständlichkeit, wenn jemand den glatten Look bevorzugt.
Diese Entwicklung stützen auch Zahlen aus der Zubehörbranche: Aus einer Umfrage des Emnid-Instituts im Auftrag von Philips in Hamburg vom Frühjahr geht hervor, dass Männer sich - abgesehen vom Gesicht - am häufigsten die Leistengegend rasieren: 67 Prozent gaben an, hier regelmäßig zu stutzen. Brust, Achseln und Nacken rasieren die Herren zum Beispiel weniger häufig.
Ob Frau oder Mann - beide Geschlechter kennen die Probleme der Haut mit kleinen Entzündungen, die häufig die makellose Optik zerstören. Das ist ärgerlich, denn mit der Rasur sollte doch gerade ein gepflegter Look hergestellt werden. "Vor allem empfindliche Haut leidet unter der Rasur", sagt Kratzsch. "Da gibt es dann besonders viele kleine Entzündungen, denn der Hornschutz der Haut wird mit abgekratzt, und dann können Bakterien leichter einwandern." Die Folge seien rote Flecken und Pusteln.
"Jedes Haar hat eine Talgdrüse", erläutert Dermatologin Linda Duhn aus Bernau bei Berlin. Diese könnten sich entzünden, und gerade beim Rasieren von Beinen und Bikini-Zone blieben langfristig dann häufig kleine, braune Punkte zurück - so genannte Überpigmentierungen. Betroffene könnten dann nicht viel unternehmen. "Es ist eine Sache der Veranlagung - habe ich sensible Haut oder weniger sensible", sagt Kratzsch. Aber auch die Hygiene spiele eine wichtige Rolle. Vor dem Anlegen der Klinge ist daher eine Menge Pflege angesagt - für Haut und Gerätschaften.
Zum einen müsse die Klinge sauber sein. Zudem sollte die Haut der Medizinerin zufolge unbedingt frei von Schmutz und Schweiß sein. Der beste Zeitpunkt für die Körperrasur sei daher nach dem Duschen - und zwar am besten gleich in der Dusche - dann ist das Haar weicher und lässt sich leichter abtrennen. "Aber der Säureschutzmantel der Haut muss intakt sein", fügt Kratzsch hinzu. "Deshalb benutzen Sie beim Duschen vor einer Rasur besser auch keine allzu stark duftenden Duschgels. Die irritieren die Haut auch nur wieder."
Um die Haut zu schützen und Pickelchen zu vermeiden, sollte anschließend eine pflegende Creme aufgetragen werden. "Das gilt für Frauen wie für Männer", gibt Linda Duhn denen auf den Weg, die sich ungern mit Cremen aufhalten. Einfache Lotion oder milde Öle seien weniger geeignet. "Babyöl zum Beispiel staut. Da kommt es noch eher zu Entzündungen, weil sich das Fett wie Folie über die Haut legt."
Besser sind den Dermatologinnen zufolge leicht desinfizierende Produkte aus der Apotheke. Nach Worten von Kratzsch können auch Après-Sun-Lotionen funktionieren. Sie geben der Haut Feuchtigkeit zurück und sind mild. Wichtig sei auch, dass die Haut nach der Rasur nicht starker Sonneneinstrahlung, Salz- oder Chlorwasser ausgesetzt wird - eine Last-Minute-Aktion vor dem Strandtag ist daher wenig ratsam.
"Wer ins Freibad will, macht das besser abends - im Schwimmbad ist die Haut vielen Bakterien ausgesetzt", erläutert Linda Duhn - "und die Rasur hinterlässt Eintrittspfade." Auch abends sollte der Haut aber Zeit gegeben werden, sich zu beruhigen. "Nach einem ausgiebigen Sonnenbad ist die Haut reizbar, da ist das Immunsystem herunter gefahren."
Wie oft Beine, Brust oder Lenden rasiert werden, sei Geschmackssache. "Es gibt Menschen, die das prima vertragen - die können das so häufig machen, wie sie wollen. Ebenso sei es eine individuelle Entscheidung, ob Nass- oder Trockenrasur für die Haut angenehmer ist. "Der eine kommt mit diesem, der andere mit jenem besser klar."
"Mancher macht das jede Woche, andere alle 3 bis 4 Wochen", sagtauch Gunhild Kratzsch. Und sie räumt mit dem Mythos auf, dassVielrasierer sich auf Dauer noch mehr Arbeit machen müssen: "Es stimmtnicht, dass die Haare schneller nachwachsen, wenn Sie regelmäßigrasieren."
quelle: dpa
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