Was wirklich gegen Akne hilft PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Wally   
Freitag, den 27. November 2009 um 16:49 Uhr

Häufige Formen der Akne:
Die Akne vulgaris ist die am häufigsten auftretende Akneform. Sie ist bedingt durch Hormonschwankungen während der Pubertät. Die Akne aesticulvaris ist auch bekannt als "Mallorcaakne" und wird vom Zusammenwirken von UV-Strahlung mit fetthaltigen Kosmetika verursacht.

Akne im Erwachsenenalter (ab 25) kann Stoffwechselerkrankungen als Ursache haben und wird im Fachchargon als Akne tarda bezeichnet.

Akne medicamentosa, kann durch barbiturat-, lithium- oder kortikosteroidhaltige Medikamente, Anabolikamissbrauch und Überdosen von Vitamin B6, B12 oder D2 entstehen.

Grundsätzlich kann man sagen, dass Sportler besonders gefährdet sind Akne zu bekommen, da beim Muskelaufbau der Spiegel von Testosteron (gehört zu den Androgenen (männl. Sexualhormone)) ansteigt. Androgene regen die Talgdrüsentätigkeit an und können somit zu übersteigerter Talgproduktion führen. Zusammen mit gesteigerter Hornzellenbildung bilden sich Komedonen. Bei einer solchen hormonbedingten Akne hilft nur den Hormonhaushalt in Ordnung zu bringen oder mit Östrogenen (weibl. Sexualhormone) dagegen zu steuern, um die Akne vollständig zu beseitigen. Jedoch kann man die Akne mildern.


Hier einige Möglichkeiten zur medikamentösen Behandlung:

Antibiotika
Antibiotika sollen Bakterien entgegenwirken, die die Talgdrüsenfollikel und im weiteren Verlauf die entzündlichen Effloreszenzen der Akne besiedeln. Ausserdem wirken Antibiotika entzündungshemmend.

Benzylperoxid
Benzoylperoxid ist ein potentes Oxidationsmittel und wirkt antibakteriell und Hornschichtauslösend. Es gibt BPO-Präparate in Anteilen von 2,5 % bis 10 %, als Gel, Creme oder Waschsuspension. Ein höherer BPO-Anteil kann in einigen Fällen die Hautirritationen verstärken.

Hormone
Durch die Einnahme der Anti-Baby-Pille werden Östrogene zugeführt, die die gegenteilige Wirkung von androgenen haben, also die Talgdrüsentätigkeit hemmen.

Roaccutan
Roaccutan wirkt indem sich die Talgdrüsen verkleinern. Ausserdem führt es zu einem besseren Abfliessen des Talgs und lindert durch vermehrte Abschuppung der Hornzellenschicht Verhornungsstörungen. Allerdings können starke Nebenwirkungen auftreten. Fast immer: trockene Lippen, trockene Haut, Hautschuppung, trockene Haare. Seltener aber möglich sind: Nasenbluten, Gelenksschmerzen, Sonnenempfindlichkeit.


Um Akne ohne solche Mittel zu bekämpfen sollte man besonders auf Hygiene achten und Kosmetika richtig einsetzen:

Eine Reinigungsmilch (am besten für sensible Haut) sollte morgens und abends angewendet werden (nicht häufiger!).
Von zu aggressiven Mitteln rate ich eher ab, ausser bei wirklich starker Akne. Zu häufig angewendete Gesichtswässer wirken durch den Alkoholanteil austrocknend und regen die Talgproduktion so nur noch mehr an, da der Hydrolipidmantel (Säureschutzmantel) der Haut vollständig entfernt wird und so signalisiert wird, dass Fett fehlt! Peelings können je nach schwere der Akne 1-2 x wöchentlich angewendet werden. Hierfür sollten aber wirklich feine Gesichtspeelings angewendet werden und keine groben Körperpeelings. Auch durch Peelings wird der HL-Mantel entfernt, deshalb sollten sie nicht zu oft angewendet werden. Jedoch verfeinern sie das Hautbild und tragen Verhornungen ab. Das Ausreinigen (ausdrücken) sollte möglichst von einer Kosmetikerin durchgeführt werden. Wer es doch selbst machen möchte kann vorher die Haut bedampfen. Zuhause geht das am Besten indem man sich wie beim Inhalieren über eine Schüssel mit heissem, dampfenden Wasser beugt. Zusätze wie Kamille oder Azulen im Wasser wirken ausgleichend und entzündungshemmend. Zum Ausreinigen sollte man ein Kosmetiktuch um die Finger wickeln oder sie zumindest vorher desinfizieren. Man sollte auf keinen Fall mit den Fingernägeln drücken, da dadurch kleine zusätzliche Verletzungen entstehen können, die eine Narbenbildung fördern. Die ausgedrückten Stellen sollten unbedingt desinfiziert werden. Hierfür kann man fertige Desinfektionsmittel oder Isopropylalkohol (50%ige Lösung) in der Apotheke kaufen. Um die Bakterien nicht noch zu verteilen sollte man darauf achten sich möglichst wenig im Gesicht herumzufummeln.

Bei schwereren Fällen von Akne ist ein Besuch beim Dermatologen (Hautarzt) auf jeden Fall ratsam, da nur der wirklich feststellen kann um welche Form von Akne es sich handelt und die dementsprechende Therapie veranlassen kann. Ich empfehle deshalb unbedingt den Gang zu eurem Hautarzt.


Um noch mit einigen Vorurteilen aufzuräumen, hier die häufigsten:

„Akne ist ein Zeichen mangelnder Körperhygiene.“ – Akne wird durch ständiges Waschen in der Regel nicht verbessert. Im Gegenteil - durch zu häufiges Waschen wird der Hydrolipidmantel der Haut beschädigt, wodurch sich die Krankheit noch verschlimmern kann.

„Sexuelle Gedanken und Handlungen führen zu Akne.“ – Wieviele Menschen müssten wohl schlimme Akne haben, wenn dieses Ammenmärchen stimmen würde...

„Akne wird von Nahrungsmitteln (z.B. Schokolade) verursacht, die der Körper nicht verträgt.“ – Die Akne kann weder als Symptom einer Allergie noch einer Nahrungsmittelunverträglichkeit angesehen werden.


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Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 28. Januar 2010 um 17:13 Uhr