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Die "Ketogene Diät" ist eine Ernährungsweise, die innerhalb kurzer Zeit zur Ketose führt. Sie wurde in den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts entwickelt und zur Therapie zerebraler Anfallsleiden eingesetzt. Das Prinzip der Diät besteht in der starken Verminderung des Kohlenhydratanteils unter gleichzeitiger Bereitstellung der Energie in Form von Fett.
Unter dem Begriff "Ketogene Diät" versteht man eine fettreiche, extrem kohlenhydratarme Ernährungsweise. Sie stellt eine mögliche Therapieform bei medikamentös nicht einstellbaren Krampfleiden und bei der Behandlung spezieller Stoffwechselerkrankungen dar (z. B. beim Pyruvat-Dehydrogenase-Mangel und beim Glucosetransporterdefekt). Das Prinzip der Diät führt durch Verknappung von Glucose zur Ketose. Bei herabgesetzter Glykolyse kommt es zu einer erheblichen Zunahme an aktivierter Essigsäure. Diese Konzentrationszunahme hat eine Kondensation von Acetyl-CoA zur Folge, was zur Bildung von Ketonkörpern, Acetessigsäure, b-Hydroxybuttersäure und Aceton führt.
Prospektive Studien über eventuelle Nebenwirkungen der "Ketogenen Diät" existieren nicht. Hypoglykämie, Obstipation, Bauchschmerzen und Durchfall bei Verwendung von MCT-Fetten, Gewichtszunahme, Dehydratation, Azidose, Hypercholesterinämie und Hypocalcämie sind als Nebenwirkungen beschrieben, jedoch durch geeignete therapeutische und diätetische Maßnahmen sowie Supplemente (Multivitaminpräparate und Calcium) gut beherrschbar. Als langfristige, jedoch seltene Komplikationen sind Nierensteine und eine reduzierte Knochenmasse zu nennen.
Bei der "Ketogenen Diät" unterscheidet man 2 unterschiedliche Formen:
Traditionelle 4 : 1-Diät bzw. 3 : 1-Diät (LCT-Diät)
Hier besteht das Verhältnis einer Mahlzeit aus vier Teilen bzw. 3 Teilen Fett und einem Teil Eiweiß (Kohlenhydratanteil liegt bei maximal 30g/d). Demzufolge liefert Fett ca. 70-80% der Energie und Protein liefert die restlichen 20-30%. Wird zuviel Protein zugeführt, wandelt der Körper es teilweise in Glucose um und man kommt nicht in den Zustand der Ketose.
MCT-Diät
Sie setzt sich folgendermaßen zusammen: 60 Energieprozent MCT-Fett, 10 Energieprozent konventionelles Fett (langkettige Triglyceride), 10 Energieprozent Protein und 20 Energieprozent Kohlenhydrate. Da MCT-Fette eine höhere Ketogenität aufweisen, kommt man mit einem geringeren Gesamtfettanteil der Diät aus. Eine 60 % MCT-Diät wird als so wirksam wie eine traditionelle 3 : 1-Diät angesehen und hat den Vorteil, dass die Protein- und Kohlenhydratmengen etwas höher liegen und dadurch die Kost etwas schmackhafter wird. Allerdings treten Nebenwirkungen wie Bauchschmerzen und Durchfall aufgrund des hohen MCT-Anteils deutlich häufiger auf.
Durchführung
Die Durchführung erfordert eine ausgeprägte Disziplin mit genauer Berechnung der Speisepläne und exaktes Abwiegen der Lebensmittel, wobei infolge ihres günstigeren Effekts auf das Gefäßsystem pflanzliche Fette mit einem hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren bevorzugt werden sollten. Vor Diätbeginn sollten verschiedene Stoffwechselerkrankungen von einem Arzt ausgeschlossen werden. Es reicht bei dieser Diätform aus alle 4-5 Stunden zu essen, da aufgrund fehlender KH Blutzuckerschwankungen ausbleiben.
Auf eine ausreichende Versorgung mit essentiellen Nährstoffen ist zu achten. Kritische Nährstoffe bei der "Ketogenen Diät" sind insbesondere die B-Vitamine, Vitamin C, Calcium, Eisen und Zink, diese sind zu supplementieren.
Wichtig: Die Diät sollte nicht abrupt abgebrochen werden, da eine zu rasche Kohlenhydratzufuhr Magen-Darmbeschwerden auslösen kann. Bei beabsichtigter Beendigung der Diät sollte das Fett/Kohlenhydrat+Protein-Verhältniss langsam geändert werden.
Was ist zu beachten:
- Da Ketonkörper sauer sind, ist auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten (min. 3l/d)
- Da sich das Gehirn von Glucose- auf Ketonkörperverbrauch umstellen muss, kann es in den ersten Tagen zu Konzentrationsschwächen kommen (nach der Eingewöhnung gibt es keinerlei „mentale Einbußen“ )
- Die Muskeln verlieren an Volumen: 1g KH bindet ca. 2,5g Wasser, gehen also die KH-Speicher zur Neige, verliert der Muskel auch einiges an Wasser (nach der Diät leicht durch Auffüllen der Speicher zu beheben)
- Fett liefert weniger Energie pro Zeiteinheit als Kohlenhydrate, also werden sich die Trainingsleistungen etwas verschlechtern
Vorteil der ketogenen Diät
- Ketonkörper wirken stark sättigend, dadurch ist es relativ leicht die Kalorienzufuhr zu reduzieren
- Aufgrund der positiven hormonellen Wirkung ist der Verlust an Muskelmasse geringer als bei „normalen“ Diäten
- Obwohl dies viele Experten überrascht verbessern sich die Cholesterinwerte während dieser Ernährungsweise
Fazit:
Bei disziplinierter Durchführung ist die ketogene Diät gut geeignet um überschüssiges Fett zu verlieren. Da aber Langzeituntersuchungen über mögliche Nebenwirkungen fehlen, sollte sie nicht länger als 3 Monate durchgeführt werden. Außerdem ist dies eher eine Diät für Sportler, Nichtsportler sollten eher versuchen mit Low-Carb oder Low-Fat ihr Gewicht zu reduzieren.
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